EL-WRD (Einsatzleiter Wasserrettungsdienst)


 


Unser Bild zeigt die offizielle Fahrzeugübergabe der Stadtwerke Augsburg an die Kreis-Wasserwacht Augsburg-Stadt

Die Stadt Augsburg, deren Gründungsgeschichte bereits bis in die Römerzeit zurückreicht, verfügt über ein sehr dichtes Gewässersystem. Bereits 1756 erließ der Augsburger Magistrat deshalb eine Verordnung, wie bei der Rettung von Ertrunkenen vorzugehen sei.

Heute sind Lech, Wertach, das Flüsschen Singold und das Quellgebiet im Augsburger Stadtwald Grundlage für die Speisung von 66 Augsburger Kanälen, die eine Gesamtlänge von rund 170 Kilometern aufweisen. Entlang dieser Kanäle befinden sich ca. 40 Kraftwerks- und Wehranlagen.

Moderne Rettungsdienste gewährleisten die Sicherheit an und in den Augsburger Gewässern. Mit weit über 100 aktiven Wasserrettern bildet davon die BRK-Wasserwacht personell und materiell den größten Wasserrettungsdienst.
An sieben Wachstationen der Wasserwacht übernehmen die Helfer während der Badesaison und der Eislaufsaison den regelmäßigen Wach- und Einsatzdienst.

Um auch außerhalb des geregelten Wachdienstes Hilfe leisten zu können, verfügt die Augsburger Wasserwacht über vier dezentral untergebrachte Schnelleinsatzgruppen (SEG). Diese sind jeweils mit Wasserrettungswagen (WRW), Motorrettungsboot (MRB), Rettungsschwimmbrett bzw. Eisrettungsschlitten und drei bis sechs Presslufttauchgeräten ausgerüstet. Sie gewährleisten, dass die Hilfsfristen im Wasserrettungsdienst rund um die Uhr so kurz wie möglich gehalten werden. Die Standorte der vier SEG’n befinden sich im nördlichen, östlichen, westlichen und südlichen Stadtgebiet.

Aus folgendem Grund werden zu jedem Wasserrettungseinsatz im Stadtgebiet Augsburg mehrere der zur Verfügung stehenden Einsatzgruppen alarmiert:

Treibt eine verunglückte Person in einem der vielen Kanäle ab, besteht die Gefahr, dass die abzusuchenden Gewässer von einer SEG allein nicht mehr bewältigt werden können, weil die Kanäle im weiteren Verlauf teilweise unterirdisch geführt werden, sich mehrfach verzweigen oder andere Bäche unter- oder überqueren und dadurch der Einsatzraum unübersichtlich wird.

Beim Einsatz von mehreren Einsatzgruppen, ist bei jeder Alarmierung stets mit einem erhöhten Koordinierungsbedarf zu rechnen, der Gruppenführer einer einzelnen SEG überfordern würde.

Aus diesem Grunde wurde im April 1997 in Augsburg ein ständiger Bereitschaftsdienst für Einsatzleiter im Wasserrettungsdienst (EL-WRD) ins Leben gerufen. Sechs ehrenamtliche, erfahrene Einsatzkräfte wechseln sich in diesem Bereitschaftsdienst ab.
Als Einsatzmittel steht ihnen seit Dezember 1997 ständig ein eigener Einsatzleitwagen (ELW) zur Verfügung.
Beim Augsburger Pfingsthochwasser des Jahres 1999 erfuhr dieser noch junge Dienst seine Feuertaufe. Erstmals wurde der gesamte Land- und Wasserrettungsdienst in einem Katastrophengebiet vom EL-WRD der Augsburger Wasserwacht geführt und über die autarken Kommunikationsmittel des ELW der Wasserwacht abgewickelt.

Mit der Unterstützung von mehr als 1500 fördernden Mitgliedern kann die Augsburger Wasserwacht einen Fuhrpark mit einem Einsatzleitwagen, vier Wasserrettungswagen jeweils mit Motorrettungsboot, einem Mehrzweckfahrzeug sowie einer Hochwasserbooteinheit für das Engagement ihrer über 250 aktiven und ca. 150 jugendlichen Mitglieder bereit halten.

Im Februar 2009 wurde der Augsburger Wasserwacht von den Stadtwerken Augsburg unentgeltlich ein erdgasbetriebener VW Passat Variant für den Bereitschaftsdienst des Projekts Einsatzleiter Wasserrettungsdienst überlassen.



Autor/Quelle:
Thomas Erhardt,
Initiator des Projekts